Heilmittel-Richtline und Bundesrahmenvertrag
im Griff!

Einfacher, flexibler und angepasst auf die Behandlungsrealität! Mit der neuen Heilmittel-Richtlinie und dem Bundesrahmenvertrag ändern sich wesentliche Bestandteile der physiotherapeutischen Behandlung. Mit HMR2GO, der App von PHYSIO-DEUTSCHLAND und dem Verband für Physikalische Therapie (VPT), behalten Sie den Überblick und haben alle Neuerungen sicher im Griff!

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Das ändert sich für …

Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen:

Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen profitieren von mehr Flexibilität bei deutlich weniger bürokratischem Aufwand. Mit der Verlängerung des Behandlungsbeginns auf 28 Tage und der Einführung von Frequenzspannen, wird die Terminvergabe erleichtert. Ein verschlankter Heilmittelkatalog und zusätzliche Änderungsbefugnisse bei fehlerhaften Verordnungen sorgen für eine bessere Übersicht und weniger Stress bei der Korrektur von Verordnung und Abrechnung. Und auch die Therapie selbst kann dank der Kombinationsmöglichkeit verschiedener Heilmittel, dem Wechsel von Einzel- zu Gruppentherapie (und umgekehrt) oder Doppelbehandlungen besser an die Bedürfnisse der Patienten und Patientinnen angepasst werden.

Ärzte und Ärztinnen:

Fehlerhafte Verordnungen sorgten in der Vergangenheit für einen hohen bürokratischen Aufwand in den Arztpraxen. Dank des neuen, für alle Heilmittelerbringer einheitlichen Heilmittelverordnungsformulars, gehören bestimmte Fehlerquellen der Vergangenheit an. Außerdem erhalten Ärzte und Ärztinnen künftig die Möglichkeit, im Bedarfsfall ohne Unterbrechung Verordnungen auszustellen. Mit der Abschaffung von Erst-, Folge- und Verordnung außerhalb des Regelfalls und der Umstellung auf die Verordnungsfallsystematik entfallen außerdem zwei der größten Fehlerquellen auf dem Verordnungsvordruck.

Patienten und Patientinnen:

Trotz Beschwerden mussten Patienten und Patientinnen bislang Wartezeiten zwischen den Verordnungen einhalten und konnten ihre Behandlung oft erst nach mehreren Monaten fortsetzen. Dank der Verordnungsfallsystematik gehört diese bürokratische Hürde nun der Vergangenheit an. Stellt der Arzt oder die Ärztin fest, dass auch nach Ausschöpfen der sogenannten orientierenden Behandlungsmenge weiterer Behandlungsbedarf besteht, können so lange Behandlungen verordnet werden, bis das angestrebte Therapieziel erreicht ist.

Das ändert sich auf dem Heilmittelverordnungsformular …

Abschaffung der verschiedenen Verordnungsarten:

Ob eine Verordnung innerhalb oder außerhalb des Regelfalls ausgestellt werden muss, spielt zukünftig keine Rolle mehr! Alle bisherigen Verordnungsarten (Erst-, Folge- und Verordnung außerhalb des Regelfalls) wurden ersatzlos gestrichen. Besteht über die sogenannte orientierende Behandlungsmenge hinaus weiterer Behandlungsbedarf, kann der Arzt oder die Ärztin weiter verordnen, ohne dass er/sie eine besondere Verordnungsart wählen oder irgendwo ein Kreuz machen muss!

Neuer Verordnungsfall sechs Monate nach dem Tag der Ausstellung der letzten Verordnung:

Neue Regelfälle, bei denen sämtliche Verordnungsarten erneut durchlaufen werden müssen, gehören der Vergangenheit an! Nach der neuen Richtlinie kann der Arzt oder die Ärztin zukünftig fortlaufend – abhängig von der Diagnosegruppe – jeweils 6er oder 10er-Verordnungen ausstellen. Bei Patienten oder Patientinnen mit Diagnosen im Sinne des langfristigen Heilmittelbedarfs oder dem besonderen Verordnungsbedarf kann der Arzt oder die Ärztin maximal so viele Behandlungseinheiten verordnen, wie innerhalb von 12 Wochen abgegeben werden könnten (z.B. 12 Behandlungen, 1 x wöchentlich, 24 Behandlungen 1-2 x wöchentlich oder 36 Behandlungen 1-3 x wöchentlich).
Neu: Liegen zwischen dem letzten Verordnungsdatum und dem neuen Verordnungsdatum mehr als 6 Monate, wird ein neuer Verordnungsfallfall ausgelöst. Dadurch besteht die Möglichkeit, erneut 12 Behandlungseinheiten Massage und die standardisierte Heilmittelkombination (D1) zu verordnen.

Von 14 auf 28 Tage:

Auch der Beginn der Behandlung wird zeitlich gestreckt. Statt bislang 14 Tage, haben Physiotherapiepraxen künftig grundsätzlich bis zu 28 Tage Zeit, um mit der Behandlung zu beginnen, es sei denn, der Arzt oder die Ärztin vermerkt auf der Verordnung, dass ein „dringlicher“ Behandlungsbedarf vorliegt. In diesen Fällen muss die Behandlung spätestens innerhalb 14 Tagen aufgenommen werden. Auch die Unterbrechungstatbestände wie Urlaub oder Krankheit sind in der Heilmittel-Richtlinie künftig rechtssicher geregelt.

Verschlankter Heilmittelkatalog:

Die bisher insgesamt 22 Diagnosegruppen wurden zu 13 Diagnosegruppen zusammengefasst. Dabei wird nicht mehr zwischen kurz-, mittel- und langfristigem Bedarf unterschieden. Der Wechsel von einer zur anderen Diagnosegruppe, zum Beispiel von WS1 zu WS2, entfällt damit. Außerdem werden alle in der jeweiligen Diagnosegruppe verordnungsfähigen vorrangigen, optionalen und ergänzenden Heilmittel zusammengefasst. Die Zuordnung bestimmter Heilmittel zu bestimmten Leitsymptomatiken entfällt ebenfalls.

Individuelle Leitsymptomatik:

Ärzte und Ärztinnen können künftig patientenindividuelle Leitsymptomatiken auf der Verordnung angeben.

Bis zu drei vorrangige Heilmittel in Kombination verordnungsfähig:

Verschiedene passive und aktive Maßnahmen auf einer Verordnung? Das ist jetzt kein Problem mehr! Bis zu drei unterschiedliche, vorrangige Heilmittel darf der Arzt oder die Ärztin zukünftig in Kombination verordnen, das heißt, die Anzahl der Verordnungseinheiten kann auf bis zu drei unterschiedliche vorrangige Heilmittel aufgeteilt werden. Im Rahmen einer Behandlungsserie von insgesamt 10 Behandlungseinheiten zum Beispiel 3 x KG, 4 x MT und 3 x KG-Gerät.

Doppelbehandlungen:

Die Möglichkeit der Verordnung von Doppelbehandlungen wird erstmals in der Heilmittel-Richtlinie explizit erwähnt.

Flexiblere Behandlungsfrequenz:

Terminplanung wird endlich einfacher! Denn statt starrer Behandlungsfrequenzen (2 x wöchentlich) kann der Arzt oder die Ärztin nun auch Frequenzspannen (1-3 x wöchentlich) auf der Verordnung angeben.

Neuer Arzt, neuer Verordnungsfall:

Jeder Arzt und jede Ärztin muss zukünftig nur den eigenen Verordnungsfall im Blick behalten. Parallel ausgestellte Verordnungen anderer Ärzte lösen jeweils neue Verordnungsfälle aus und werden nicht zusammengerechnet.

HMR2GO, Ihr Ratgeber für Heilmittel-Richtlinie und Bundesrahmenvertrag!

Die neue Heilmittel-Richtlinie bringt ein neues, für alle Heilmittelerbringer einheitliches, Verordnungsformular mit sich. Damit Sie sich in den neuen Formularfeldern schnell zurechtfinden, liefert Ihnen der HMV-Check Informationen zu den Formularbestandteile und bundesrahmenvertragskonforme Tipps zum Korrekturbedarf der häufigsten Fehlerquellen. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, die Diagnosen des langfristigen Heilmittelbedarfs/besonderen Verordnungsbedarfs mittels Live-Suche in unserem ICD-10-Check zu überprüfen. Ein Glossar, sowie FAQs liefern Ihnen wichtige Definitionen und Antworten auf Ihre Fragen. Und falls Ihre Frage in den FAQs noch nicht auftaucht, reichen Sie sie einfach ein und lassen sie von unserem Expertenteam beantworten!

Neugierig geworden? HMR2GO können Sie direkt hier für Ihre Android- oder Apple-Geräte herunterladen.

Verordnung korrekt?

Fehler im Heilmittelverordnungsformular können Sie ab sofort schnell und einfach erkennen. Unter dem Menüpunkt „HMV-Check“ finden Sie alle Felder des neuen Verordnungsformulars und erhalten bundesrahmenvertragskonforme Tipps zum Korrekturbedarf bei den häufigsten Fehlern.

Langfristiger Heilmittelbedarf erfüllt?

Alle Diagnosen des langfristigen Heilmittelbedarfs und besonderen Verordnungsbedarfs finden Sie über die Live-Suche im „ICD-10-Check“. Ein Klick auf den ICD-10-Code informiert Sie über wichtige Zusatzbestandteile der einzelnen Diagnoseschlüssel.

Information gesucht?

Wichtige juristische Definitionen rund um die Heilmittelversorgung und Antworten auf Ihre Fragen finden Sie unter dem Menüpunkt „Wissen“. Sie haben dort auch die Möglichkeit, Ihre Frage direkt an unser Expertenteam zu stellen.

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Gemeinsam stark für die Physiotherapie

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PHYSIO-DEUTSCHLAND und der Verband für Physikalische Therapie (VPT) arbeiten schon seit Jahren berufspolitisch Seite an Seite. In den kommenden Jahren werden wir diese Kooperation vertiefen und gemeinsam einen neuen schlagkräftigen Verband schaffen. Weitere Informationen zur Fusion und zu den beiden Verbänden erhalten Sie auf den folgenden Websites.

Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK) e. V.

Deutzer Freiheit 72-74, 50679 Köln

Telefon: +49 (0) 221 – 981027-0
Fax: +49 (0) 221 – 981027-25
E-Mail: info(at)physio-deutschland.de

Verband Physikalische Therapie – Vereinigung für die physiotherapeutischen Berufe (VPT) e.V.

Hofweg 15, 22085 Hamburg

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